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Begriffsdefinition Trauma

Mittwoch, 21. Juni 2017 - 17:11

Der Begriff Trauma (Plural: „Traumata“) stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Wunde, Verletzung“.

Ein Trauma begreift sich als ein Ereignis und als eine Reaktion. Ein traumatisches Ereignis ist gekennzeichnet durch eine aktuelle oder angedrohte ernsthafte Verletzung oder Tod. Beispiele von traumatischen Ereignissen sind Kriegserlebnisse, sexuelle Übergriffe und Missbrauch, interpersonelle körperliche Angriffe, natürliche und von Menschen verursachte Katastrophen, Angriffe von Terroristen und Verkehrsunfälle (APA, 2000). Diese Differenzierungen von verschiedenen Arten von Traumata betreffen Kinder- und Jugendliche genauso wie Erwachsene.

Ein Trauma ist nicht nur ein Ereignis, denn darüber hinaus kann ein Trauma auch eine Reaktion sein. Die Reaktion einer Person auf ein traumatisches Ereignis beinhaltet intensive

Gefühle wie Angst, Hilflosigkeit, Schrecken, Schuld und Scham. Die individuelle gefühlsmäßige Reaktion und subjektive Bewertung der Situation sind ein integraler Teil der Definition eines Traumas. Des Weiteren werden auch Ereignisse als traumatisch bezeichnet, bei denen Personen Zeugen von schweren Unfällen sind oder wenn jemand vom gewaltsamen Tod eines Freundes oder Familienmitgliedes erfährt (APA, 2000).

Bei einem traumatischen Erlebnis wird der/die Betroffene von einer Flut negativer Einflüsse überwältigt und hat keine Kontrolle mehr über das, was passiert. Der Betroffene kann sich der Situation nicht entziehen und erlebt sich als hilf- und schutzlos, ohnmächtig einer bedrohlichen Übermacht ausgeliefert.

Die Definition von einem Trauma nach Fischer-Riedesser (1999) lautet: Extreme Ohnmachtserfahrung, Erleben einer „subjektiv ausweglose Situation“.

Ein traumatisierender Stresszustand entsteht, wenn die Ressourcen und Bewältigungsstrategien nicht ausreichen, um mit einer äußeren Anforderung fertig zu werden – also durch eine Überforderung der Ressourcenlage. Der Betroffene verspürt eine Diskrepanz zwischen der bedrohlichen Situation und seinen eigenen Bewältigungsmöglichkeiten und gerät extrem unter Stress.

„Traumata haben Folgen. Sie hinterlassen Eindrücke im Leibgedächtnis, erregende und bedrückende Erinnerungen, die so stark sein können, dass noch nach Jahrzehnten das „kalte Grausen“ aufkommt, wenn man an die Szenen des Entsetzens denkt, für die es „keine Worte gibt“ und die man „nie wieder vergessen kann.“ (Petzold, 2004).

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Psychotraumatologie, Teil 1

Dienstag, 23. Mai 2017 - 14:27

Fakten:

Jedes Jahr haben ca. 4,5 Million Menschen in unserem Land ein traumatisches Erlebnis.

  • 1% sind Großschadensereignisse wie z.B. Flugzeug-, Bahn- oder Busunglücke
  • 64 % sind Verkehrsunfälle
  • 25 % sind Straftaten
  • 10 % sind Arbeitsunfälle

Die oben erwähnten traumatischen Erfahrungen übersteigen den Rahmen von alltäglichen Erfahrungen die Menschen normalerweise machen. Dies bedeutet eine extreme Verletzung der körperlichen und seelischen Integrität der Betroffenen. Traumatische Erlebnisse hinterlassen ihre Spuren und beeinträchtigen die Betroffenen nachhaltig. Dies beeinflusst die

  • gesamte zukünftige Lebenssituation
  • das Gefühle von Sicherheit und Geborgenheit in der Welt
  • das Verhältnis zum eigenen Körper
  • das Gefühl von Unverletzlichkeit
  • die Beziehung zu sich selbst
  • das Vertrauen in sich selbst
  • das Gefühl von Handlungsfähigkeit und Kontrolle
  • das Gefühl von zwischenmenschlicher Beziehung
  • das Gefühl der Zugehörigkeit zu anderen Menschen.

Wenn solche „seelischen Verletzungen“ den Verhältnissen entsprechend nicht verarbeitet werden, können die nur teilweise verheilten Wunden jederzeit oder durch neue seelische Turbulenzen wieder aufbrechen. Die Folgen können dann die Entwicklung von Posttraumatischen Belastungsstörungen, Depressionen, Süchten, somatischen oder psychosoziale Störungen sein, welche die Ausgangsstörung verstärken und in einem Teufelskreis von seelischer Instabilität enden.

Die wichtigste Aufgabe der Notfallpsychologie ist die Vermeidung von Spät- und Langzeitfolgen, der Chronifizierung der Symptome und die Prävention von Persönlichkeitsveränderungen. Hier wird unterschieden zwischen psychologischer Notfallhilfe auch Krisenintervention genannt (zeitnah, vor Ort) und der psychotherapeutischen akuten Traumatherapie (zwei Tage bis einige Wochen nach dem Trauma). In beiden Fällen geht es um:

  • Stressreduktion
  • Symptommilderung und/oder -aufarbeitung
  • Stabilisierung bei Schmerz, Schock und Angst
  • Stärkung der Ressourcen
  • Unterstützung des Verarbeitungsprozesses
  • Identifikation von Risikofaktoren zur Vermeidung einer PTBS.

Die psychologische Krisenintervention / Notfallpsychologie bietet verschiedene Hilfestellungen und Möglichkeiten, um den Betroffenen zu unterstützen das traumatische Erlebnis zu verarbeiten.

Ihre Beate Landgraf

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Determinants of Well-Being and the Link between Warfare and Trauma

Donnerstag, 16. Februar 2017 - 09:27

There is definitely a link between warfare and trauma, because individual and societal suffering during all ages is omnipresent. For example, Germany still has to deal with individuals who have been victimized during World War II. Elderly in their retirements home wake up screaming because their past horrors come back in their dreams. Thus, collective traumas due to warfare influence those involved and the generation after.

Salutogenesis and Pathology

Well-being might superficially be defined as the absence of psychopathology; and psychopathology is described as ”problematic patterns of thoughts, feelings, or behaviours that disrupt an individual’s sense of well-being or social or occupational functioning”. Well-being is an umbrella term that includes features like happiness, prosperity, complete satisfaction, inner balance, meaning in life, self-actualisation, positive social exchange with others, self-acceptance, personal growth, environmental mastery and autonomy. Live span development studies point to different agents of well-being in regard to different age groups, individual or societal views, is related to gender, short- or long-term well-being and social economic status.

From the biopsychosocial perspective, salutogenesis is promoted by healthy alimentation, regular sport, hardy personality, resilience factors like the competency to set up and to arrange solutions, self-esteem and self-evaluation of one’s abilities, good communication and problem solving skills, marked emotion regulation capacity, supportive family, friends, society and positive role models. Other determinants of salutogenesis are idiosyncratic features like creativity and spirituality. Additionally, religious groups feature “comforting rituals and supportive social contact” including the individualistic concept of meaning in life. For example, natural wound healing seems to be increased in individuals who are deistic. Moreover for some individuals, religious faith increases one’s resilience by conforming to the norm and as such buffering against distress. A further agent to individual resilience is having overcome mild to moderate traumas, which helps to increase one’s coping skills. The same can be said for individuals who believe in themselves – their self-efficiency and self-control.

Lessons learned from the Vietnam War: Individual resilience due to the atrocities of war is increased by societal support of such a war. I have not found studies to evidence my previous statement, but I remember seeing pictures from Vietnam veterans coming finally back home and being called “baby killer” by fellow citizens. I felt awful for those soldiers. Here, lacking societal support has probably diminished resilience. Societal understanding, support, and an appreciation for their tremendous individual effort also in form of benefits and present services may already act as a preventive agent.

Conclusion
Biological entities, psychological phenomena, and the reciprocity of the human-environment relationship are at work in regard to mental well-being. Adverse social conditions like warfare may or may not culminate into mental health problems like trauma depending on existing or lacking biological, psychological and social determinates. Nevertheless, those who suffer need every support they can get from their society.

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Saisonale Abhängige Depression (SAD)

Donnerstag, 19. Januar 2017 - 12:44

Es ist wieder soweit: Die dunkle Jahreszeit schlägt uns aufs Gemüt. Manche von uns leiden am Winterblues und damit kann diese Affektive Störung oder auch saisonal abhängige Depression (SAD) genannt, unser Leben lahm legen.

Der Januar in Erlangen wirkt im Moment wie ein trübsinniges Einheitsgrau. Menschen, die mittlerweile vertraut mit Ihrer Reaktion auf diese Jahreszeit sind, haben sich Speziallampen besorgt, um diesem Phänomen entgegen zu wirken. Die Betroffenen lassen sich dann von diesen Lampen, die mit mindestens 10 000 LUX ausgestattet sind, beim Frühstück und/oder Abendbrot mindestens für ein halbe Stunde beleuchten. Auch von einer Vitamine D Einnahme versprechen sich viele Klienten eine Besserung Ihrer Symptome. Dies bedarf allerdings der Abklärung durch den Hausarzt.

Die dunkle Jahreszeit trübt bei vielen Menschen die Stimmung und gehört so zum Leben dazu und ist noch nicht als Krankheit einzustufen. Wir alle unterliegen biologischen und evolutionären Mechanismen, die uns suggerieren im Winter alles etwas langsamer angehen zu lesen, mehr zu schlafen und etwas mehr Zeit in „unserer Höhle“ zu verbringen, so wie es unsere steinzeitlichen Vorfahren schon gemacht haben. Dies ist noch kein Anlass zur Sorge. Aber manche von uns trifft so ein Winterblues auch schon etwas mehr.  Wenn man Abends das Gefühle hat nicht mehr zu wollen, weil ALLES zu viel ist und ALLES keinen Sinn mehr macht, dann geht das über eine Stimmungsschwankung hinaus. Bei solchen massiven Gefühlen können auch komorbidäre Störungen vorliegen, wie zum Beispiel ein Erschöpfungssyndrom oder eine Angststörung.

Wie unterscheidet sich eine saisonale von einer „echten“ Depression?
Menschen mit einer echten Depression leiden an Appetitlosigkeit und können oft nicht schlafen. Im Gegensatz dazu haben Winterblues-Kranke ein erhöhtes Schlafbedürfnis und Heißhungerattacken, insbesonder auf Süßes. Viele typische Anzeichen der beiden Leiden gleichen sich jedoch, wie zum Beispiel die Freud-/ und Antriebslosigkeit. Betroffenen fällt es schwer sich zu etwas aufzuraffen. Das gilt sowohl für den beruflichen als auch den privaten Bereich. Oft fühlen sich Betroffene schon morgens wie gelähmt. Das Aufstehen und der Weg zur Arbeit erscheinen wie ein unüberwindbarer Berg. Dazu können Konzentrationsstörungen, Libidoverlust und/oder sozialer Rückzug kommen,

„Morgens ist es am schlimmsten, gegen Mittag bessert sich die Stimmung meist ein wenig und verschlechtert sich am Abend wieder“, berichten viele Klienten. In ganz schweren Fällen schaffen es die Betroffenen nicht mehr einer geregelten Arbeit nachzugehen. Alles erscheint immer schwerer. Leider hören dann die Betroffenen oft Kommentare wie „Reiß dich zusammen!“. Solche Aussagen sind extrem kontraproduktiv, weil die Betroffenen schon ihre gesamte Energie dafür benötigen, überhaupt aufzustehen. Als Konsequenz auf solche Vorwürfe ziehen sich die Betroffenen ganz zurück und meiden Angehörige und Freunde. Der soziale Rückzug drückt dann die Stimmung zusätzlich und es beginnt eine Abwärtsspirale.

Ob Sie nun an einem Stimmungstief, an einem Winterblues oder an einer echten Depression leiden können Sie am Besten klären, wenn Sie sich von einem Fachmann beraten lassen. Eine Verhaltenstherapie wäre dann, von Seiten der Psychologie her, das Mittel der Wahl.

Ihre Beate Landgraf

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To smoke or not to smoke: The female perspective

Samstag, 26. April 2014 - 17:12

Over the last 50 years, tremendous societal changes in regard to gender role distribution occurred. The change had positive and negative effects on its individuals and also brought new challenges to the field of psychology. One of the challenges is to stay away from cigarettes being female. Here, two explanations are given to understand why there is a link between smoking and gender from the biopsychosocial perspective. Next, behaviours like why some young women start smoking, continue smoking, and stop smoking are analysed.

Gender role differences start during childhood and the polarization between being a boy or a girl seems to be strongest then. One of the explanations why women are more endangered to start and continue to smoke is due to societal changes like emancipation (being cool and manlike), increased gender related advertising, and socio-economic status during childhood. For example, researcher figured that high correlations between childhood socio-economic status (which involves the level of education), role modeling (smoking mother) and the persistence of smoking exist. One other study discovered that to start and to continue to smoke is comorbid to depression. Depression may lead to self-medication to feel better that may lead to substance abuse like smoking to numb the emotions. Another study identified a strong interrelationship between smoking and personality, which seems to be genetic. In sum, from the biopsychosocial perspective to start and to continue smoking may be influenced by all approaches simultaniously because like for any other human behaviour many factors come together and are intertwined.

In conclusion, there is some difference between man and woman in regard to start, to continue or to stop smoking. One certain perspective of the biopsychosocial model may not exclusively explain those differences. On the contrary, it may be concluded that some factors are more prevalent than others, but still influence each other and are intertwined. Another important factor that influences women to smoke comes from the cultural perspectives and explains why the rate of women smokers is higher in high-income countries like the United States or most countries of Europe than in low- and middle income countries like China and Argentina. Besides the socio-economic status of those countries, cultural gender role differences about the acceptance of woman who smoke is another influencing factor. Here, collectivist and traditional environments influence women’s smoking behaviour as well. Thus, be aware of influencing factors and don’t even start.

Beate

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Beate Landgraf

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