Wer bin ich? Was will ich? Was kann ich tun?

Somatoforme Störungen

Donnerstag, 24. März 2011 - 13:50

Psychotherapie bei somatoformen Störungen wirksamer als medizinische Standardbehandlung

Die somatoformen Störungen  zählen zu den häufigsten Gründen für den Besuch bei Allgemein- oder Fachmedizinern. Andere Bezeichnungen für somatoforme Störungen sind psychosomatische Störungen, funktionelle Störungen oder psychische Überlagerung. Trotz sorgfältigster Untersuchungen wird aber keine organische Ursache für die körperlichen Beschwerden der Betroffenen gefunden. Dabei stehen neben Allgemeinsymptomen wie Erschöpfung und Müdigkeit Schmerzsymptome an vorderster Stelle, gefolgt von Herz-Kreislauf-Beschwerden, Magen-Darm-Beschwerden, neurologischen oder sexuellen Symptomen (JournalMed, 2011).

Risiko einer Depression

Eine aktuelle Analyse der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) zeigt, dass jeder zehnte Bundesbürger an einer somatoformen Störung, die chronisch zu werden droht, leidet. Bis die richtige Therapie gefunden wird, vergehen oft Jahre. „Seelisch bedingte körperliche Beschwerden bedeuten für Patienten ähnlich viel Leid wie organisch verursachte Erkrankungen. Die Beschwerden schränken die Menschen im Alltag stark ein und bergen das Risiko für eine Depression, da sich die Betroffenen oftmals auch sozial zurückziehen“, erläutert Professor Dr. med. Peter Henningsen, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar in München (JournalMed, 2011, para. 2).

Ursache und Entstehung

Für die Entstehung von Somatoformen Störungen ist nicht eine einzige Ursache verantwortlich, sonder eher eine Vielzahl von Faktoren und meist wird ein Wechselspiel dieser biologischen, seelischen und sozialen Faktoren als Auslöser angenommen. Es scheinen aber insbesondere psychosoziale Faktoren für die Entstehung und den Verlauf somatoformer Störungen von Bedeutung zu sein. Hierzu gehören auch zu lang anhaltender Stress, der zu Anspannungen und Funktionsstörungen der inneren Organe führen kann. Hinzu kommt ein Teufelskreis von körperlichen Reaktionen, der Angst vor diesen und dadurch eine verstärkte Wahrnehmung dieser körperlichen Symptome. Psychosoziale Belastungsfaktoren wie Scheidung, häufiger Streit in der Familie, Trauer, chronischer Stress am Arbeitsplatz, aber auch traumatische Erlebnisse in der Kindheit können als Ursachen und auch als Katalysator für diese Störung verantwortlich sein.

Medizinische Standardbehandlung oder Psychotherapie

Auf dem deutschen Ärztekongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie vom 23. bis 26.03.2011 in Essen stellten Experten die Ergebnisse einer Studie vor. Dabei ging es um die Behandlung von Patienten mit somatoformen Störungen nach den gängigen medizinischen Leitlinien im Vergleich zu einer Behandlung mit Psychotherapie (12 Sitzungen). Die Ergebnisse waren eindeutig, denn die zwölfstündige Psychotherapie verbesserte sowohl die Beschwerden als auch die Lebensqualität der Patienten und war damit nachhaltiger  – zudem waren die Kosten geringer (JounalMed, 2011).

Sollten Sie auch unter somatoformen Störungen leiden, dann wäre eine Psychotherapie vielleicht das Mittel der Wahl. Sollten Sie Fragen dazu haben, dann scheuen Sie sich nicht mich zu kontaktieren.

Referenzen
JournalMed (2011). Psychotherapie bei somatoformen Störungen wirksamer als medizinische Standardbehandlung. Abgerufen am 18.03.2011 von http://www.journalmed.de/newsview.php?id=33218

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

 

Kontakt

Beate Landgraf

Hauptstraße 40 – 2. Stock
91054 Erlangen
Fon. 0 91 31/9 70 38 21
Mobil. 0175 / 4 74 45 61
E-Mail. mail@nullpraxis-landgraf.de