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Sind Sie ein Smombie? (Smartphone Zombie)

Dienstag, 30. Januar 2018 - 16:48

Was genau ist Social Media Sucht? Was sind typische Anzeichen dafür, dass man süchtig ist?
Der Name ist selbsterklärend und verweist auf eine Dimension des Nutzens von Social Media Seiten, nämlich einem überzogenen, der zu Gesundheitsschäden und Persönlichkeitsveränderungen führen kann. Das bedeutet, wir tauschen nicht nur notwendige logistische Nachrichten mit unseren Freunden oder der Familie aus, wie z.B. „Treffen am Sonntag um 12 geht in Ordnung!“, sondern wir sind am checken/posten/schreiben, checken/posten/schreiben und das 24/7, als wenn es nichts anderes gäbe. Nehmen Sie Ihr Handy auch mit auf die Toilette? Wenn ja, sieht es kritisch für Sie aus, denn das würde bedeuten, dass Sie nicht mehr ohne smartphone sein können. Auch einen Namen gibt es dafür auch schon: Nomophobie (no-mobil-phone Phobie).

Anzeichen dafür sind: Ihr Akku wird auch unter dem Tag leer. Das heißt Sie waren zu aktiv, denn ein normaler Akku hält normalerweise einen ganzen Tag.
Weitere Signale wären: Sie sind unruhig, weil Sie nicht wissen ob Sie jemand auf facebook geliked hat oder ob alle ihre Freunde schon bemerkt haben, dass Sie eine tolle Sonnenbräune haben. Steigt Ihr Blutdruck in Erwartung auf ein paar positiven Bemerkungen von Freunden, dann sind Sie evtl. schon in der Abhängigkeitsschleife und sollten etwas dagegen tun. Sie sind abhängig davon von anderen wahrgenommen und gemocht zu werden und überlassen deswegen anderen die Kontrolle über Ihr Wohlbefinden – gefährlich. Spüren Sie ein Kribbeln in den Händen obwohl da nichts ist, weil sich das so anfühlt als wenn ihr Handy piepst/vibriert? Dann sind Sie sich schon so auf das piepsen/vibrieren konditioniert, dass ihr Körper überreagiert und es auch tut, auch wenn ihr Handy still ist. Fühlen Sie sich als wenn etwas Wesentliches fehlen würde, wenn ihr Handy mal nicht in ihrer Hand ist oder neben ihnen liegt? Checken Sie dauernd ihr Handy, obwohl Ihnen ihr Handy schon ansagt wenn eine Nachricht kommt? Wenn Sie mit Freunden unterwegs sind, schauen Sie da auf Ihr Handy oder in das Gesicht Ihrer Freunde? Weitere Konsequenzen können Schlafstörungen, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme sein.Wenn einige oder alle dieser Anzeichen bei Ihnen vorhanden sind, dann sind Sie wahrscheinlich Social Media süchtig.

Wie wirkt sich die Sucht auf die Psyche aus?
Likes und Positive feedbacks sind wie Schokolade. Sie produzieren in unserem Gehirn Glückshormone und wir wollen mehr davon. Aber genauso wie ein zu hoher Konsum von Schokolade uns nicht gut tut und uns abhängig macht, so tut das auch der übermäßige Gebrauch von Social Media Seiten.

Was sind die besten Gegenmittel bzw. wie sieht die Therapie bei Betroffenen aus?
Das beste Gegenmittel bzw. eine gelungene Therapie besteht in einem kontrollierten Umgang mit smartphone & Co. und den entsprechenden Social Media Seiten. Denn das Problem sind nicht die Seiten sondern UNSER Gebrauch derer. Also, auf bestimmte Zeiten beschränken und sich selber Regeln setzen wie z.B. immer wenn ich mit anderen spreche, bleibt das Handy in der Tasche oder spätestens um 22.00 Uhr schalte ich mein Handy ab und es bleibt in der Ladestation am Arbeitstisch und kommt nicht mit ins Schlafzimmer. Wenn Sie solche Regeln einhalte, brauchen Sie keine Angst vor der Sucht zu haben.

Welche Plattformen haben das höchste Suchtpotential?
Alle Plattformen, die eine Reaktion auf unsere posts bieten wie z.B. die Likes von Facebook oder das Herzchen von Instagram stellen eine Gefahr dar.

Wie verhindert man von Anfang an, dass der ‚User‘ süchtig wird?
Kontrollierter Gebrauch dieser Medien und sich die Frage stellen? Brauch ich wirklich dauernd den Beifall von Anderen? Bin ich ein Selbstdarstellen und will ich das sein? Was sind die Prioritäten in meinem Leben? Wer bin ich? Oder bin ICH nur ICH weil ich ein cooles Bild gepostet habe? Über solche Fragen nachzudenken und die für sich selber zu klären, dass hilft definitiv darüber zu entscheiden ob man ein süchtiger oder konstruktiver User ist/sein will.

Beate Landgraf

Die Fragen kamen von einer Journalismus Studentin zum Thema Social Media Sucht.

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