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Hilfe zur Selbsthilfe: Was steckt dahinter?

Donnerstag, 16. November 2017 - 15:54

Dieser Slogan begegnet uns immer da, wo die Gesundheit des Menschen im Mittelpunkt steht. Was aber steckt dahinter und was bedeutet dieser häufig zitierte Satz in der modernen Psychotherapie. Unser Körper sowie unsere Psyche stehen in ständiger Wechselwirkung und sind stets auf der Suche nach der inneren Balance auch Homöostase genannt. Dieser in unseren Genen und damit in jeder Zelle verankerte Grundsatz hat sich durch die Jahrhunderte der menschlichen Evolution als sehr erfolgreiches Muster etabliert und ist auch noch in der heutigen Zeit relevant. Auch die Psyche versucht durch Selbstregulation die richtige Balance zu finden, um sich wohl und gesund zu fühlen.

Jede menschliche Handlung läuft nach dem gleichen Muster ab. Wir denken (Kognition), es entsteht ein Gefühl, wie z.B. Angst oder Freude, und dementsprechend eine Körperreaktion. Zum Beispiel: Frau X. leidet seit Jahren unter einer Agoraphobie. Sie hat Angst das Haus zu verlassen und Gedanken, wie „Wenn mir auf dem Weg zum Supermarkt schlecht wird, dann kann mir keiner helfen!“ verleiden Sie dazu lieber im vermeintlich sicheren Haus zu bleiben. Das kann so weit führen, dass Frau X. schon beim berühren der eigenen Haustür Übelkeit oder eine Panikattacke herauf beschwört. Sie hat sozusagen ihren Körper konditioniert in Angst zu geraten beim o.g. Gedanken und bei der Handlung „Haustür-aufmachen!“. Somit ist sie gefangen in ihren irrationalen Gedanken und Handlung und erzeugt dadurch einen ungemeinen Leidensdruck, der eine emotionale Abwärtsspirale in Gang setzen kann. Das Draußen wird zum feindlichen Säbelzahntiger und scheint unüberwindbar.

Wie kann Sie sich hierbei helfen? Durch Bewusstmachen der psychologischen Abläufe in Verbindung mit Techniken (skills) und/oder der Beruhigung wie z.B. grounding und richtiges Atmen kann sie wagen sich mit dem Angstauflösenden und meist irrationalen Gedanken und Handlungen zu konfrontieren. Durch häufiges Konfrontieren löst sie die entstandene Konditonen auf und erlebt dadurch, dass das Draußen und der Supermarkt keine Gefahr bedeuten. Durch Hilfe und Erklärungen des Therapeuten erlernt sie sich selber zu helfen, denn das Üben und Umsetzen darf sie übernehmen. Auch EMDR (Eye Movement Desensitization Reprocessing) hat sich in der Auslösung von Phobien bewährt.

Sollten Sie unter solchen o.g. oder ähnlichen Symptomen leiden, dann holen Sie sich die Hilfe die Sie brauchen, damit Sie wieder mehr Lebensqualität erleben dürfen.

Ihre Beate Landgraf

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