Wer bin ich? Was will ich? Was kann ich tun?

Psychotraumatologie, Teil 1

Dienstag, 23. Mai 2017 - 14:27

Fakten:

Jedes Jahr haben ca. 4,5 Million Menschen in unserem Land ein traumatisches Erlebnis.

  • 1% sind Großschadensereignisse wie z.B. Flugzeug-, Bahn- oder Busunglücke
  • 64 % sind Verkehrsunfälle
  • 25 % sind Straftaten
  • 10 % sind Arbeitsunfälle

Die oben erwähnten traumatischen Erfahrungen übersteigen den Rahmen von alltäglichen Erfahrungen die Menschen normalerweise machen. Dies bedeutet eine extreme Verletzung der körperlichen und seelischen Integrität der Betroffenen. Traumatische Erlebnisse hinterlassen ihre Spuren und beeinträchtigen die Betroffenen nachhaltig. Dies beeinflusst die

  • gesamte zukünftige Lebenssituation
  • das Gefühle von Sicherheit und Geborgenheit in der Welt
  • das Verhältnis zum eigenen Körper
  • das Gefühl von Unverletzlichkeit
  • die Beziehung zu sich selbst
  • das Vertrauen in sich selbst
  • das Gefühl von Handlungsfähigkeit und Kontrolle
  • das Gefühl von zwischenmenschlicher Beziehung
  • das Gefühl der Zugehörigkeit zu anderen Menschen.

Wenn solche „seelischen Verletzungen“ den Verhältnissen entsprechend nicht verarbeitet werden, können die nur teilweise verheilten Wunden jederzeit oder durch neue seelische Turbulenzen wieder aufbrechen. Die Folgen können dann die Entwicklung von Posttraumatischen Belastungsstörungen, Depressionen, Süchten, somatischen oder psychosoziale Störungen sein, welche die Ausgangsstörung verstärken und in einem Teufelskreis von seelischer Instabilität enden.

Die wichtigste Aufgabe der Notfallpsychologie ist die Vermeidung von Spät- und Langzeitfolgen, der Chronifizierung der Symptome und die Prävention von Persönlichkeitsveränderungen. Hier wird unterschieden zwischen psychologischer Notfallhilfe auch Krisenintervention genannt (zeitnah, vor Ort) und der psychotherapeutischen akuten Traumatherapie (zwei Tage bis einige Wochen nach dem Trauma). In beiden Fällen geht es um:

  • Stressreduktion
  • Symptommilderung und/oder -aufarbeitung
  • Stabilisierung bei Schmerz, Schock und Angst
  • Stärkung der Ressourcen
  • Unterstützung des Verarbeitungsprozesses
  • Identifikation von Risikofaktoren zur Vermeidung einer PTBS.

Die psychologische Krisenintervention / Notfallpsychologie bietet verschiedene Hilfestellungen und Möglichkeiten, um den Betroffenen zu unterstützen das traumatische Erlebnis zu verarbeiten.

Ihre Beate Landgraf

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