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Resilienz: Die menschliche Widerstandskraft

Samstag, 23. April 2011 - 17:04

Wie immer, die Dosis macht den Unterschied. So scheint es auch bei der Erforschung von menschlicher Widerstandskraft, Resilienz genannt, zu sein. Was die Seele stark macht, um den Herausforderungen des Lebens zu begegnen, erforschen seit Jahrzehnten zahlreiche Psychologen auf der ganzen Welt. Drei amerikanische Psychologen  haben sich dabei mit der Frage beschäftigt, ob Friedrich Nietzsches oft zitierter Satz „Was uns nicht umbringt, macht uns nur noch stärker“ so stimmt. Bei ihrer Studie mit 2400 Teilnehmern haben sie herausgefunden, dass einige kleinere bis mittelschwere Traumata durchaus die seelische Gesundheit stärken. Menschen, die einige kleinere bis mittelschwere traumatische Erlebnisse verkraftet haben, hatten im späteren Leben einen niedrigeren Stresspegel und zeigten dadurch weniger  trauma-bezogene Symptome bei wiederkehrenden Lebenskrisen und damit eine positivere Lebenseinstellung (Wilhelm, 2011).

Eine Ausnahme bilden Menschen, die viele schwere Traumata durchleben mussten, wie z.B. körperlicher, seelischer oder sexueller Missbrauch in der Kindheit oder schwere Krankheit. Bei Menschen, die ständig großes Unglück erleben mussten steigt nicht die Widerstandskraft, sondern das Gefühl von Kontrollverlust und Hoffnungslosigkeit. Diese Gefühle wiederum führen eher zu einer geringeren Resilienz. Dabei bedeutet jedes neue Ereignis, welches Stress auslöst, eine neue Bedrohung und damit eine Verstärkung von negativen Gefühlen wie Kontrollverlust und Hoffnungslosigkeit (Wilhelm, 2011).

Die Resilienz-Forschung ist sich jedoch darüber im Klaren, dass einige mittelschwere Unglücke nicht allein für eine gesteigerte Widerstandskraft verantwortlich sind. Auch die Persönlichkeit des betroffenen Menschen selbst bedingt, wie man mit einem Unglück umgeht (Wilhelm, 2011). Damit ist der generelle Blick auf die Welt, auch innere Glaubenssätze genannt, gemeint. Soziale Netzwerke, in denen die betroffene Person lebt, können ebenfalls als Ressource dienlich sein und damit die Resilienz steigern. Fazit: Wie immer sind es nicht einzelne Faktoren, die Krankheit, Gesundheit und Lebensqualität ausmachen, sondern das Zusammenspiel und die Wechselwirkung von vielen Faktoren.

Frohe Ostern und bleiben Sie gesund

Ihre Beate Landgraf

Referenz:
Wilhelm, K. (2011). Was die Seele stark macht. Psychologie heute, März 2011, S. 16.

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